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SHIWA - Die Prophezeiung des Einhorns


ISBN 978-3-940209-46-7
Taschenbuch 130 Seiten
14,90 €

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erhältlich:
+ NOEL-Shop PORTOFREI
+ Amazon
+ Buchhandel

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Covergestaltung:
Jörg Dendl

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Altersgruppe:
ab 14 Jahre 

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© Autor: Petra Roeder

Klappentext:

In Pirandolon, Wolagay und Somlad herrscht Ausnahmezustand.

Der Weiße Rat in Somlad, Hüter der Bybleon, wird auf Betreiben des Tyrannen Hamag aus Pirandolon abgesetzt, ebenso Anthagon, der König von Wolagay.
In Somlad beginnt sich Widerstand zu regen.

Einige Freunde finden sich zum Inneren Zirkel zusammen, die auf die strenge Einhal-tung der Bybleon bestehen. Im Mittelpunkt des Widerstands steht Macha, die Tochter Hamags, die es als ihre persönliche Aufgabe ansieht, gegen das Machtstreben ihres Vaters und seiner Helfer etwas zu tun. Neben sie tritt Jonathan, der älteste Sohn des gestürzten wolagischen Königs.

Für Macha und Jonathan beginnt mit der Befreiung der drei Länder eine Reise in ihre Vergangenheit.


Leseprobe:

„Entschuldigung“, murmelte Macha und eilte weiter. Sie hatte schnell bemerkt, dass dem jungen Mann, den sie angerempelt hatte, nichts Ernsthaftes geschehen war. Und sie musste weiter. Ein kurzes Lä­cheln, ein kurzer Blick zu dem zweiten jungen Mann, der dabei stand. Schnell eilte sie weiter. Ihr weites Obergewand flatterte. Ein Vortrag war in ei­ner Lektion zu halten, sie war spät gekommen. Gleichzeitig mit dem Magister traf sie an der Tür zum Unterrichts­raum ein. Macha studierte hier die Freien Künste.

Das Universitätsgebäude ließ in die hohen Räume und langen Flure viel Licht. Es gab die städtische Universität noch nicht sehr lange. Der Wei­se Rat hatte sie im Zuge der gesamten Reformen vor etwa zwanzig Jah­ren errichten lassen. Damit war Amidon nicht nur Regie­rungssitz, son­dern Zentrum der Forschung, Wissenschaft und Bil­dung geworden. Der Abschluss an der Universität war Vorausset­zung für eine Verwaltungs­stelle in Somlad. Und aus den Verwaltern wurde der Weise Rat gebildet.

„Nun Macha“, begrüßte der Magister sie, „seid ihr gut vorbereitet?“ Er schob seine dicke Brille zurecht. Brillen waren selten und teuer und er war stolz, eines der wenigen Exemplare zu besitzen. Weit häufiger war ein einzelnes Glas in einer handlichen Halterung, um Sehschwächen ausgleichen zu können.
„Ich denke.“ Macha nickte ihm zu, als er sie zuerst eintreten ließ. Die Tür schlug hart hinter ihr zu.

Nach der Lektion traf Macha, tief in Gedanken versunken, die beiden Schüler, die sie vor ihrem Vortrag angerempelt hatte.
Die beiden fragten lächelnd, ob sie in die Taverne mitkomme. Macha sagte zu. Müde fuhr sie sich über die Stirn.
„Ich heiße übrigens Kim und das ist Jonathan aus Wolagay. War dei­ne Lektion eben so anstrengend?“
„Ach, es gab eine etwas hitzige Debatte. Und ich weiß auch nicht so ge­nau, was der Magister von meinem Referat, das ich eben gehalten habe, denkt. Er wird einer meiner Hauptprüfer im Herbst sein. Bis­her ist unser Verhältnis mehr ein ständiges Kräfte- und Wissenmes­sen. Na ja, es ist ja noch ein halbes Jahr bis zur Prüfung. Ich heiße Macha. Habe ich dir vorhin tatsächlich nichts getan?“
Macha war erstaunt, dass sie so gar nichts von Kim behalten hatte. Während sie noch Details von Jonathan wusste, hatte die kurze Zeit der zweistündigen Lektion genügt, das scharfkantige Gesicht und die kräfti­ge Gestalt Kims aus ihrer Erinnerung zu löschen.
Kim verneinte und meinte: „Wir machen auch im Herbst Examen. Dann sehen wir uns ja in den Examenskursen immer. Freut mich, dich so stürmisch kennen gelernt zu haben. Ich hole uns Malztrunk, oder möch­test du etwas anderes?“
Sie schüttelte den Kopf, lächelte müde. Dann sah sie sich den schwei­genden zweiten jungen Mann an, der ihr mit Jonathan vorge­stellt wor­den war. Mit Interesse sah er sie an. Freundlich lächelte sie und fragte: „Du kommst aus Wolagay?“ Jonathan lächelte und be­stätigte. Aber dann wussten sie beide nichts mehr zu sagen. Über Wolagay wollte Macha auf keinen Fall sprechen. Und was gab es sonst jemandem, den sie gar nicht kannte, zu erzählen? Im Grunde war sie schon wieder zu weit gegangen mit ihrer Klage über ihren Hauptprüfer.
Sie spürte seinen Blick auf sich ruhen. Vorsichtig lächelte sie ihn an. Kim kam mit drei Bechern Malztrunk zurück und dominierte sofort wie­der das Gespräch.
„Noch habe ich mich nicht ganz auf einen Prüfer festgelegt, aber da ich ein Thema im historischen Gebiet behandle, wird das überhaupt kein Problem werden. Da werde ich nicht auf einen oder zwei Prüfer ange­wiesen sein. Was wirst du denn behandeln, Macha?“

Eikim betrat die Taverne und kam auf Macha zu.
„Ursprünglich wollte ich über die Beziehung von Kult, Therapie und Mu­sik meine Prüfung ablegen. Aus aktuellem Anlass habe ich mich ent­schlossen, die Bybleon auf ihre philosophischen, ethischen und histori­schen Hintergründe zu untersuchen. Es scheint mir wichtig heraus zu arbeiten, dass die Verfassung von Somlad, die Bybleon, eine Sammlung von Freiheits- und Grundrechten ist. Momentan sind sie dabei, verloren zu gehen, weil irgendwelche korrupten Kaufleute für sich Sonderrechte schaffen wollen.“
Eikim hatte ihren Tisch erreicht.
„Nun Macha“, sagte er und es war nicht leicht zu erkennen, ob es freundlich oder böse gemeint war, „du hast ja sehr vehement gegen die derzeitige Situation argumentiert. Musste das sein?“
„Was hast du dagegen?“ fragte Macha scharf. Weshalb verbergen, dass sie Eikims Frage für unverschämt hielt? Während der Lektion hatte er nichts gesagt und Macha hatte nicht vor, hier und jetzt mit ihm zu dis­kutieren. Er störte auch ganz einfach.
Weil Eikim keine Anstalten zu gehen machte und das Gespräch mit den neu kennen gelernten Kommilitonen unterbrochen war, verab­schiedete sich Macha. Schnell entzog sie sich jedem Griff, mit dem die tastende Hand des blinden Eikim sie fest zu halten suchte. 

Sie hatte noch etwas Zeit, sich in ihrer kleinen Wohnung im Zentrum von Amidon auf eine Einladung Mirandas zum Essen vorzubereiten. Das Gefühl, ständig der Zeit nach zu hasten, hatte sie schon länger. Seit Mi­randas Brüder Rezog und Galamog die gesamte Wirtschaft zuerst in Somlad, schließlich auch in Wolagay kontrollierten, war der Kontakt zwi­schen Miranda und Macha sehr gespannt. Macha sah es als ihre ganz persönliche Aufgabe an, etwas zu tun, damit die Miss­stände beseitigt wurden. Denn sie vermutete ihre eigenen Eltern auf Galamogs und Re­zogs Seite. Dieser Verdacht war ihr bei Mirandas letzter Einladung zum Essen gekommen. Rezog und Galamog waren auch dabei gewesen. Das war noch in Wolagay gewesen, Miranda war frisch verheiratet. Macha wusste nicht einmal den Namen des Mannes. Nur, dass zwei Kinder aus dieser Ehe lebten. Wahrscheinlich in Wolagay. Es interessierte Macha aber auch nicht weiter. Bei dieser letzten Einladung zum Essen hatte sie erfahren, dass Galamog eine Mittelsperson suchte, um Wolagay an das Wirtschaftsunternehmen der Brüder zu knüpfen und Kontakte zum Tyrannen von Pirandolon zu gewinnen. Der Tyrann von Pirandolon unterstützte die Brüder stark. Miranda hatte erwähnt, dass eine Svenda einen Liebhaber habe, der für Anthagon, den wolagischen König, regieren solle. Und dieser Geliebte, ein Girando, sei die geeignete Person für Galamog. Macha glaubte zu wissen, um welche Svenda es ging. Zu eindeutig war der gehässige Seitenblick zu Macha. Ihre Mutter hieß Svenda.

Dass Macha jetzt zum Essen geladen worden war, lag vermutlich daran, dass Macha mittlerweile zu einer regionalen Bekanntheit im kulturellen Leben Somlads geworden war. Und Miranda hatte keine Freunde, war noch nicht lange hier und fühlte sich einsam. An sich war Macha nicht geneigt, Einladungen aus solcher Motivation zu fol­gen. Doch vielleicht ließ sich wie beim letzten Mal etwas wichtiges über die derzeitige Situa­tion erfahren. Immerhin war es noch nicht lange her, dass Anthagon gestürzt war und an seiner Stelle Girando die Herrschaft übernommen hatte. Girando regierte, das war be­kannt, für den Tyrannen von Piran­dolon. Der Tyrann von Pirando­lon...

Macha interessierte das Schicksal Anthagons: Wohin war er gegan­gen? Was tat er nun? Würde sie heute Mirandas Mann kennen ler­nen? Ob er auch so gespreizt war wie Miranda, lautes Reden und Lachen unschick­lich fand, dafür Gefallen daran hatte, aus sich ein porzellanartiges Pup­penwesen in Spitzenkleidern und Lackschuhen, mit aberwitzig vielen Schleifen besetzt, zu machen? Ob er auch be­stimmte Tänze ihrer Anmut wegen anbetete, selbst nicht tanzen konnte und das ausglich mit manierierten Schritten und Gesten und der abgöttischen Verehrung bekannter Tanzgrößen? Ob er auch nichts von Musik verstand, aber der festen Überzeugung war, dass die Stringata das himmlischste aller Instrumente war und darum nur von wenigen Halbgöttlichen gespielt werden durfte? Dass ausge­rechnet Macha eine bekannte und gute Stringataspielerin und Tän­zerin geworden war, hatte Miranda ziemlich verärgert. Macha war doch viel zu kräftig, zu wild, zu spontan, kurz: weit davon entfernt, ein manieriertes, lächelndes, halbgöttliches Pup-penwesen zu sein.

Wie Irina und Lancai, Mirandas Tante und Onkel, über Machas Wer­degang dachten, interessierte sie nicht. Schon vor längerer Zeit hat­te sie jeglichen Kontakt zu ihnen abgebrochen. Obwohl sie nicht ver­bittert über die Zeit dachte, die sie bei ihren Pflegeeltern verbracht hatte. Aber es waren keine vertraulichen oder liebevollen Kontakte gewesen. Der Abschied war leicht gefallen.

Während Macha ihre Gedanken ordnete, ließ sie ihre Finger improvi­sierend über die 24 Saiten ihrer Stringata gleiten. Seit kurzem hatte Macha dieses große Instrument mit einem breiten Resonanzkörper. Stringatae gab es in allen Größen und mit acht bis 24 Saiten be­spannt. Der Reso­nanzkörper reichte von einem bearbeiteten Ast wie bei einem Bogen bis hin zu einem breiten geschnitzten Klangkörper. Als sich Machas Gedan­ken beruhigt hatten, machte sie sich auf den Weg zum Stadtrand zu den Villen, wo Miranda wohnte.

Die Villa, in der Miranda jetzt wohnte, hatte entfernte Ähnlichkeit mit der Villaburg in Wolagay, in der Miranda und Macha aufgewachsen wa­ren. Während Macha am Gartenzaun, der das große Grundstück ein­fasste, entlang ging, hörte sie das laute Knurren eines Drangen. Zu­nächst glaubte Macha, es wäre ein lauter Schlache. Die waren im­mer wieder zu hören und zu sehen. Insgesamt aber waren Schla­chen sehr zurück gezogene, scheue Tiere und Drangen lebten nur in kaum fre­quentierten Bergregionen. In Pirandolon gab es keine frei lebenden Drangen, nur in Wolagay und Somlad. Dann sah Macha den Drangen. Angekettet ging er unglücklich wenige Schritte hin und her. Macha rief ihn sanft. Die Kette ließ den Drangen bis zum Zaun. Traurige Augen sa­hen Macha an.
„Mein lieber Drange“, sagte Macha und streichelte ihn durch den Zaun hindurch, „ich verspreche dir, dich in die Berge Wolagays mit zu neh­men, wenn sich dafür eine Gelegenheit bietet.“ Der Drange weinte. „Wir beide dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.“

Ein Gärtner rannte wütend aus einem Nebenhaus der Villa herbei und schrie Macha an, sie solle weiter gehen und das Tier in Ruhe lassen, was sie überhaupt wolle und wer sie sei.

„Ich bin eine Freundin Mirandas und heute bei ihr eingeladen“, sagte Macha freundlich.
„Oh, entschuldigt“, stammelte der Gärtner, „dann kommt herein. Nor­malerweise kommen Freunde des Hauses per Wagen zum Haupttor und läuten.“
„Wozu habt ihr einen Drangen?“ fragte Macha.
„Na, um Neugierige und Einbrecher abzuhalten“, antwortete der Gärt­ner.
„Aber ihr könntet statt dessen eine normale Wachechse halten, warum müsst ihr einen seltenen und menschenscheuen Drangen un­ter solch erbärmlichen Umständen halten?“, fragte Macha.
„Er schreckt doch mehr ab als eine einfache Echse, oder?“, erwider­te der Gärtner. Mit einem Stock bewaffnet ging er auf den Drange los.
„Halt, tut ihm nichts“, rief Macha besorgt.
„Wenn ich ihn nicht zurück treibe, greift er euch an“, schrie der Gärtner.
„Er wird mir nichts tun, lasst ihn in Ruhe“, befahl Macha streng.

Der Gärtner sah sie einen Moment unschlüssig an, dann ließ er den Stock fallen und öffnete das Haupttor. Hinter Macha schloss er es sorg­fältig. Macha ging während dessen ruhig auf den Drange zu und strei­chelte ihn sanft am Maul. Als der Gärtner sich wieder umdrehte blieb er wie versteinert stehen und beobachtete Macha. Ohne sich um ihn zu kümmern ging Macha zum Haus und klopfte. Der Drange zog sich in seine Steinhütte zurück. Der Gärtner staunte. Eine Hausdame öffnete Macha, bat sie herein und ließ sie dann im Ess­zimmer alleine. Macha überflog den gedeckten Tisch, er war für drei Personen gedeckt. Also vermutlich auch für Mirandas Mann, jeden­falls nicht für ihre Brüder, denn die traten nur als Duo auf. Im übri­gen war der Tisch so kitschig gedeckt wie immer bei Miranda, zu de­nen in Wolagay nur Personen von Rang und Namen geladen worden waren. Über zwei, drei Stunden hatten sie sich gegenseitig mit lang­atmigen Berichten über Kleidung, Tänzer und anderem gelangweilt. Macha musste unwillkürlich lächeln, weil sie sich daran erinnerte, dass sie einmal eine dicke, hässliche Putte mitten in die Tafel gesetzt hatte, als schon die ersten Gäste erschienen waren. Jeder Gast hatte es für eine neue geniale Idee Mirandas gehalten. Diese allerdings wäre beinahe vor Zorn geplatzt und wusste genau, wer ihr diesen Streich gespielt hatte.

Die Tür öffnete sich, Miranda und ihr Mann traten ein. Miranda stell­te vor: „Anthagon, mein Ehemann.“
Macha erschrak. Anthagon? Aber Miranda hatte doch unmissver­ständlich beim letzten Essen erklärt, dass sie Girando als Herrscher über Wo­lagay unterstütze?!
Sie verneigte sich vor dem gestürzten König von Wolagay und sagte: „Ich grüße euch, ehrwürdiger Anthagon.“
„Sagt nicht ehrwürdig, ehrenwerte Macha“, antwortete Anthagon mit ei­ner klaren und weichen Stimme, „ich bin nicht mehr König.“
„Für mich bleibt ihr König und ich werde nichts unversucht lassen, eure Königsherrschaft wieder herzustellen“, bekräftigte Macha.

Anthagon und Macha sahen sich ruhig einige Sekunden an. Macha ent­deckte die Sorgenfalten, und doch überstrahlte eine heitere Ge­lassenheit alle Schwierigkeiten, in denen Anthagon sich befinden mochte.
Sie verneigten sich beide voreinander und lächelten dann. Miranda hat­te schweigend dabei gestanden. Aber sie war nicht glücklich dar­über, dass die beiden sich offensichtlich sehr sympathisch waren. Schnell versuchte sie, das Gespräch zu dominieren. Sie erzählte von der überstürzten Abreise aus Wolagay, wie schwer es sei, in Somlad Freunde zu gewinnen und wie tragisch, dass sie alle Verwandt­schaftsbeziehungen in Wolagay zurück lassen mussten.

Macha hörte gar nicht richtig hin. Die Worte Mirandas beim letzten Es­sen über Svenda und Girando waren ihr deutlich in Erinnerung. Miranda hatte geschwärmt davon, was sein könnte, wenn Girando anstelle von Anthagon herrsche. Anthagon schwieg ebenfalls, sah traurig zum Fens­ter hinaus und Macha ahnte, dass der König um die wahren Gedanken seiner Frau wusste. Als Miranda ab-grundtief seufzte und bemerkte: „Ei­gentlich bin ich doch viel zu gut für diese schlechte und hässliche Welt, das Schicksal habe ich doch gar nicht verdient“, stand Macha auf, ver­neigte sich vor Anthagon und sagte: „Ehrwürdiger Anthagon, verzeiht, dass ich mich bereits zurückziehen muss. Ich hoffe, wir sehen uns bald unter günstigeren Umständen wieder.“
Anthagon lachte leise, aber sehr erheitert. Er verneigte sich und sagte: „Auch ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.“

Ohne sich weiter um Miranda zu kümmern, verließ Macha die Woh­nung und ging nach Hause. Wie konnte sie Anthagon helfen? Unru­hig schlief sie ein.


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