Startseite
Shop
Fantasy/Mystery/Thriller
* An den Gestaden von ...
* Believe it
* Chroniken des Feuers
* Das Vollmondtor
* Der Bann d. Highlanders
* Der Fremde
* Der Orden des Feuers
* Der Rosenmagier I NEU!
* Der Rosenmagier I
* Der Rosenmagier II
* Die drei Waisen
* Die Chroniken eines Mörders
* Die Drachenjagd
* Die Große Konjunktion
* Die Seele der kalten Einsamkeit
* Die Vierte Gabe I
* Die Vierte Gabe II
* Die Vierte Gabe III
* Die Vierte Gabe IV
* Der Weg des Paladins
* Der Weg der Rache und des Blutes
* Der Wolkentopf
* Dunkelheits Kinder
* Fantasmic - Asharai
* Fantasmic - Sanja
* Fant. Abenteuer Mytrasiol I
* Fant. Abenteuer Mytrasiol II
* Fant. Abenteuer Mytrasiol III
* Finsternis über Asharan
* Goddes Curs
* Gotthammer
* Haiddars Geburt
* INITIO
* Jamie Jasper
* Königreich Wolagay
* Kondorral
* Legende der Elemente
* Mystische Frauenpower
* Seele der kalten Einsamkeit
* Seraphina
* Shiwa - Prophezeiung d. Einhorns
* Syntgard und ...
* Tensistoria
* Wolfsnest
* Vollmondtor
* Zanzar I
* Zanzar II
* Zanzar III
* Zanzar IV
ANTHOLOGIEN
Science-Fiction-Romane
Vampir-Romane
Fantastische Krimis
Autoren von A - Z
Wissen
Rezensionen
Presse
Autor werden ?
Akueller Wettbewerb
AGBs
Haftungsausschluss
Impressum
SHIWA - Die Prophezeiung des Einhorns


ISBN 978-3-940209-39-9
Taschenbuch 367 Seiten
18,90 €

********************
erhältlich:
+ NOEL-Shop PORTOFREI
+ Amazon
+ Buchhandel

********************
Covergestalter:
Mark Freier

********************
Altersgruppe:
ab 14 Jahre 

********************
© Autor: Peter Wiebelt





FEUER!

Die letzte Erinnerung eines kleinen Jungen.

SCHMERZ!
Die erste Empfindung eines Heranwachsenden.

VERLUST!
Die quälende Gewissheit eines Erwachsenen.

Leseprobe:

Kapitel 1

I. Der Nachtwald

FEUER! Die letzte Erinnerung eines kleinen Jungen.
SCHMERZ! Die erste Empfindung eines Heranwachsenden.
VERLUST! Die quälende Gewissheit eines Erwachsenen.

Das Dorf brannte und alles, was für einen kleinen Jungen die Welt gewesen
war, wurde innerhalb von nur wenigen Minuten vernichtet. 

Natas stand vor den Flammen und blickte ungläubig auf sein verwüstetes Dorf.
Mit seinen fünf Jahren konnte er das entsetzliche Bild, das sich ihm bot, nicht begreifen. Alles war verschwunden. Sein Heim. Der Dorfplatz. Seine Freunde.
Sein Reich.
Die Frage nach dem ´Warum` war unwichtig und für ihn auch nicht fassbar.
Er spürte, wie eine Träne über seine Wange lief und von der Hitze der Flammen getrocknet wurde, bevor sie auf die verbrannte Erde gelangen konnte. 

Direkt vor ihm standen zwei Krieger und betrachteten fasziniert das feurige
Spektakel, bis einer der beiden über seine Schulter schaute. „Da ist noch einer!“, knurrte er feindselig durch den stählernen Mundschutz seines Helms.
Der Soldat war riesig, jedenfalls für die Augen eines kleinen Jungen. Ein Schwert, beinahe so groß, wie er selbst, steckte in einem langen Lederhalfter auf seinem Rücken, unter einem mit spitzen Dornen besetzten Schild.
Der zweite Hüne wandte sich Natas zu, zog müde seinen Helm ab und starrte ihn mürrisch an. „Verschwinde!“, zischte dieser, doch Natas blieb stehen und wischte
sich trotzig die Tränen vom Gesicht.
Der andere griff über die Schulter, zog sein Schwert aus der Scheide und richtete
es auf Natas. “Zeugen sind unerwünscht, auch wenn sie kleine, mutige Knirpse
sind, wie du!“
Unbarmherzig hieb er mit dem Schwert in Richtung des Jungen und hätte ihn
auch getroffen, wenn nicht eine andere Klinge den tödlichen Weg gekreuzt hätte.
Die zwei Schneiden trafen sich mit einem lauten Klirren und Natas zuckte
erschreckt zurück.
„Das Massaker muss ein Ende haben. Wir haben alle getötet. Es reicht! Ich bin
es leid und mein Kopf dröhnt. Lass uns gehen!!“
„Die Herrin will keine Zeugen, ihr Befehl war klar und deutlich. Eine Missachtung
wäre unser Tod!“
„Egal. Lass uns gehen. Der Kleine wird eh sterben, dafür werden schon die
Hyronen sorgen!“, der unbehelmte Krieger winkte ab.
Hyronen! Natas erschrak und erinnerte sich an die geflüsterten Geschichten der
alten Jäger, die er unerlaubterweise nachts durch die hellhörigen Wände der
Hütte mitverfolgt hatte, von seltsamen, uralten Kreaturen, die tief in den Wäldern
hausten, dort wo kein Lichtstrahl bis zu den knorrigen Wurzeln der Bäume
vordringen konnte und ein diesiger Schleier den morastigen Boden verbarg.
Des Nachts wurden die schweren Holzpforten des Schutzwalles geschlossen,
bewacht von den stärksten Männern des Dorfes, die schweigsam im Schutze der Dunkelheit verharrten und misstrauisch den mit Fackeln gesäumten Waldrand beobachteten.
„Nein!“ entgegnete der andere harsch und riss den Jungen aus seinen Gedanken, „niemand wird diesen Ort lebend verlassen, so wie es Muriel befohlen hat!“
Er erhob seine Waffe ein weiteres Mal, um das Kind mit all seiner Kraft niederzustrecken, doch bevor er den tödlichen Streich vollenden konnte,
durchschnitt ein scharfes Pfeifen die verbrannte Luft, und das Haupt des
Angreifers wurde trotz des Helm bis zu den Schultern gespalten.
Blut quoll aus dem zerschmetterten Schädel und ergoss sich über den Jungen, der
zu Tode erschrocken einen Schritt zurückwich und erschüttert das feucht schimmernde Purpur auf seinen Armen betrachtete.
Der leblose Körper des Kriegers sackte langsam in sich zusammen und drohte Natas unter sich zu begraben, als ihn eine starke Hand packte und in die Höhe riss.
Da baumelte er, beide Beine in der Luft, blutüberströmt, bebend vor Angst, ein Bild
des Elends.
Der Schlächter drehte den Jungen zu sich. „Du hast alles verloren, mein Kleiner,
aber du verstehst es noch nicht!“, raunte der Krieger.
Natas schluckte und blinzelte ihn ungläubig an.
„Wir haben deine Eltern, deine Geschwister, deine Freunde und alles, was du
kanntest, vernichtet und nur für das Hirngespinst einer alten Hexe!“
Der Söldner ließ Natas auf den Boden sinken und drehte sich um. „Ich werde jetzt gehen, tu was du willst!“ Er ging und ließ den zitternden Jungen zurück.
Es fing an zu schneien und dicke Schneeflocken, getragen durch leichten Ostwind, sanken friedlich auf die vom Frost gefangene Erde. Aber mit einem Idyll hatte dieses Inferno nichts gemein und eines wusste Natas genau, wenn die Flammen des brennenden Dorfes erloschen, würden entweder die Kälte oder die Hyronen seinen sicheren Tod bedeuten.
Langsam bewegte er seine vor Angst erstarrten Beine und fing an zu laufen.
Instinktiv folgte er den Spuren des Kriegers, die im frischen Schnee sichtbar und
für ihn die einzige Möglichkeit waren, zu überleben.
Ein mächtiges Bein stampfte vor ihm auf den Boden und wirbelte eine Wolke aus Pulverschnee empor, wodurch er, kurzzeitig seiner Sicht beraubt, das Gleichgewicht verlor, mit zum Schutz erhobenen Armen einige Schritte nach hinten stolperte und schließlich schmerzlich auf den Rücken fiel.
Das Untier senkte sein Gesicht und zwei weit auseinander stehende, dunkle Augen blickten ihn misstrauisch an. Es hatte spitze Ohren und seine breite Stirn war mit
einer filigran verzierten Platte geschützt. Ein grimmiges Schnauben ließ den Jungen zusammenzucken. Er richtete seinen Oberkörper auf und drückte sich mit beiden Beinen vom Boden ab, um sich von dem Tier zu entfernen. Es hatte vier lange,
kräftige Beine und sein massiger Körper war mit demselben Material behangen,
wie die Stirn. Langsam senkte es den Kopf, während es mit einem Bein bedrohlich
über den Frostboden scharrte.
„Ruhig, Sturm, Ruhig!“, flüsterte eine Stimme. Es war die Stimme seines
vermeintlichen Retters.
„Hast du noch nie ein Pferd gesehen, Junge?“, tönte er verächtlich.
Natas schüttelte wild den Kopf, reden konnte er nicht, noch zu gefangen war
seine Seele von den Ereignissen. Er rappelte sich auf und blickte trotzig zu dem
Reiter empor.
„Verschwinde oder ich werde das Werk dieser alten Hexe doch noch zu Ende
bringen!“
Der Junge blieb ungerührt stehen, wissend, dass sein Überleben von diesem Mann abhing.
Der Reiter straffte die Zügel und das Pferd machte eine Kehrtwendung.
Schnee wurde hoch in die Luft gewirbelt, das Tier bäumte sich auf und stampfte
wild auf den Boden, bevor es in einem schnellen Galopp mitten im Nachtwald
verschwand und mit ihm die Hoffnung eines Kindes.
Natas zögerte nicht, obwohl die Angst vor dem Nachtwald groß und die Geschich-
ten über die Hyronen schrecklich waren. Er rannte los, mit dem Mut der Ver-
zweiflung tauchte er in das Dunkel des Nachtwaldes ein und ließ das flammende
und vermeintlich sichere Chaos hinter sich.
Die bittere Kälte zerrte am dünnen Körper des Jungen und jeder kleine Ast, der
ihm entgegenschlug, war doppelt so schmerzhaft. Die lederumwickelten Füße
brannten bei jedem Auftreten, während sich totes Holz und spitze Steine tief in
die Sohlen bohrten.
Er lief um sein Leben, denn die Finsternis dieses Ortes konnte ihn jederzeit verschlingen. Die uralten Baumriesen schienen nach ihm zu greifen, mit ihren gewaltigen Armen und aus dem Boden quellenden Wurzeln, versuchten sie in
zu stürzen, aber Natas wich ihren hinterlistigen Angriffen und Fallen geschickt
aus und bahnte sich seinen Weg durch das dichte Unterholz.
Das Blut an seinen zerschnittenen Händen, die er zum Schutz vor sich hielt,
bemerkte er nicht.
Eine mondscheinhelle Lichtung am Ende des Dickichts brachte ihm eine Verschnaufpause. Beide Hände in die Seiten gepresst und keuchend blieb er
auf der Wiese stehen. Er warf seinen Kopf in den Nacken. Seine Brust schien
förmlich nach Sauerstoff zu schreien und sein Körper war kalt und taub.
Als seine Lungen ihren Durst gestillt hatten, der Puls langsamer wurde und sich
der Schleier vor seinen Augen lichtete, schaute er sich um.
Die Grashalme schaukelten sanft im Wind und spielten mit den lautlos zu Boden fallenden Schneeflocken. Der Firn war jetzt schon einige Zentimeter hoch und
das feuchte Leder bot keinen ausreichenden Schutz mehr gegen die eiskalte
Nässe, die in seine Füße kroch und seine Zehen taub werden ließ. Er fröstelte
und horchte in die Dunkelheit, aber kein vertrautes Geräusch kam ihm zu Ohren,
nur das ferne Heulen eines Tieres, das er nicht näher in Augenschein nehmen
wollte.
Alles schien friedlich, bis ein unvergleichlich scheußlicher Geruch ihm in die Nase
kroch und er sich fast übergeben musste. Im selben Moment verstummte das
einsame Mondklagen des unbekannten Geschöpfes und selbst das sanfte Raunen
der Baumwipfel erstarb auf beunruhigende Art und Weise. Nur die feinen Schneeflocken fielen weiter auf den Boden, und der Wind hatte aufgehört unbeschwert mit den Halmen der Wiese zu spielen.
Ein markerschütternder Schrei riss Natas aus seiner Agonie und in seinem Augen-
winkel bemerkte er eine Bewegung am Waldrand. Ein Schatten, der nur
kurz aufflackerte, um sogleich wieder eins zu werden mit dem finsteren Gürtel,
der sich um diese Aue zu legen schien.
Im  Schutze der Dunkelheit bewegte sich etwas, aber man konnte nicht genau
sehen, was es war oder wie viele es waren.
Die Zeit schien still zu stehen. Der Junge kauerte auf der Lichtung und schloss
die Augen, so - als könnte man ihn dann nicht sehen, während sein wacher
Verstand in die Dunkelheit lauschte.
Etwas betrat mit einem leisen Knirschen die bereifte Wiese. Dem Jungen stockte
der Atem, kalter Schweiß lief ihm über den Rücken. Das beunruhigende Geräusch folgte mehrmals hastig hintereinander und verstummte unmittelbar in seiner Nähe.
Der faulige Geruch, den er schon vorher wahrgenommen hatte, war nun um ein Vielfaches unerträglicher geworden und ein rasselndes Schnauben war zu hören, dessen widerliche Wärme man beinahe spüren konnte. Der Gestank raubte ihm
den Atem und seine Augen waren so fest zusammen gepresst, dass Tränen hervortraten. Panische Angst fesselte ihn an den Boden und er konnte sich
nicht rühren, geschweige denn aufstehen und weglaufen. Die Kreatur schien
zu lauern und er konnte ihre gierigen Blicke spüren.

Lautes Geschrei ertönte am anderen Ende der Lichtung, und ein wildes Stampfen
war zu hören, das schnell näher kam. Der Boden vibrierte. Natas fasste allen Mut,
den er noch hatte und sprang auf, seine Glieder waren von der Kälte erstarrt und
ein stechender Schmerz fuhr ihm durch den Rücken. Er öffnete die Augen und
erblickte ein mit Fellen behangenes Etwas, das sich nun mannshoch aufrichtete
und seinen dürren, bleichen Körper entblößte, dann wirbelte er herum und fing
an zu laufen, wie der Teufel. Ein reißender Schmerz verlangsamte ihn, als sich
eine scharfe Kralle in seine Rücken bohrte.
Es hatte ihn erwischt, aber er konnte noch laufen und dies tat er, wie niemals
zuvor. Seine Füße wurden von tausenden Nägeln durchbohrt und seine Lunge
war kurz davor zu explodieren, bis eine gemeine Wurzel seinen Fluchtversuch
jäh beendete und sein Fuß mit einem lauten Knacken zurückgerissen wurde.
Der Junge schrie auf und das Etwas hinter ihm erwiderte den Schrei trium-
phierend. Sein Gesicht schlug hart auf den Boden und er verlor das Bewusst-
sein. Dunkelheit.

Sturm galoppierte auf die Lichtung. Sein Reiter saß, nach vorne gebeugt, im
Sattel und gab dem mächtigen Hengst die Sporen. Der eiskalte Wind peitschte
dem Mann ins Gesicht, als er sein Schwert vom Rücken zog und es drohend in
die Luft hielt. Das Singen des Stahls erfüllte die Lichtung, gefolgt von dem
Schrei eines Kindes.
Wolf sah den Jungen fallen und spornte Sturm noch mehr an, während er wild schreiend mit dem Schwert in der Luft auf die sich schnell nähernde Hyrone
zuritt. Der Hengst ereichte den bewusstlosen Jungen zuerst und sprang mit
einem gewaltigen Satz über ihn hinweg, landete mit donnernden Hufen auf der anderen Seite und setzte seinen wilden Galopp ungebremst fort. Wolf  beugte
sich weiter nach vorne in den Nacken seines Pferdes und streckte sein Schwert
hinter sich, um zu einem gewaltigen Schlag auszuholen.
Als er die keifende Hyrone erreichte, zog er die Zügel, Sturm bäumte sich auf
und seine Hinterläufe schlitterten über den schneebedeckten Boden. Das alte
Wesen richtete sich drohend auf und hob seine Klauen, seine schwarzen Augen blitzten und warteten auf den bevorstehenden Kampf. Wolf schleuderte die Klinge nach vorne und schlug der Kreatur mit einem einzigen Hieb den Kopf ab.
Der Körper der Hyrone klappte zusammen, während aus dem zerrissenen Hals
eine Fontäne schwarzen Blutes schoss und ihr abgetrennter Kopf weit in die
Lichtung geschleudert wurde. Wolf brachte sein Pferd zum Stehen und stieg ab.
Der Körper des alten Wesens peitschte und zappelte. Sein böses Blut dampfte
in der Kälte der Nacht, und ein beißender Geruch erfüllte die Luft.
Die schwarzen Augen des abgeschlagenen Hauptes zuckten hektisch und starrten
den Feind unverhohlen an. Wolf erwiderte den Blick ungerührt, bis die Kreatur
das mit Reißzähnen bewährte Maul öffnete und entsetzlich zu schreien begann.
Der grelle Laut hallte weithin vernehmbar über die schwarzen Wipfel des Nacht-waldes.
Wolf packte sein Schwert fester und ging schnellen Schrittes auf den zuckenden Körper zu, immer bedacht, dem schwarzen Blut möglichst aus dem Weg zu gehen.
Er stellte sich über den Leichnam, holte aus und rammte seine Klinge direkt in
dessen Herz. Der Schrei verstummte und Stille senkte sich wieder über die
Lichtung. Wolf lief zu dem regungslosen Körper des Jungen und  beugte sich
darüber.

„Die Jagd beginnt!“, murmelte er.

**********************************************************

Wenn Sie weiterlesen möchten, können Sie sich das Buch bestellen.

TIPP: Bestellen direkt beim Verlag lohnt sich: Wir verlangen keine Porto- und Versandkosten. Wir liefern innerhalb von 48 Stunden.

**********************************************************